Verfasst von: sauvradaeva | Mai 9, 2012

Elsässers Orientreise

Jürgen Elsässer, Stammvater einer minoritären Strömung namens Antideutsche, hat eine ganze Bandbreite an Positionen im Laufe seiner politischen Karriere durchgemacht. Zwei Textauszüge aus seinen Werken sollen verdeutlichen welches Interesse er an den realen Verhältnissen und den Menschen des Nahen Ostens hat, er degradiert sie auf die Ebene nützlicher Idioten, die er mal so mal so als Kronzeugen für seine Ideologie anruft.

Vielen noch bestens bekannt sind seine Ausfälle 2009 gegen die iranischen Demonstranten, die zunächst gegen Wahlfälschung protestiert hatten und schließlich Demokratie einforderten:

Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran! Schon die zweiten Wahlen dieses Jahr vergeigt. Zuerst in Moldawien, wo die Twitter- und Facebook-Revolution voll in Arsch ging. (Jetzt versucht man es dort mit der Spaltung der regierenden Kommunisten). Und jetzt Iran. Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO. Hat jemand die Girlies gesehen, die da in bestem Englisch in die Mikrofone von CNN und BBC heulen? Das sollen die Repräsentanten des iranischen Volkes sein, oder auch nur der iranischen Opposition? Da lachen die Hühner im Capitol! Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.

(Elsässer: Glückwunsch, Ahmadinedschad!)

Noch einige Jahre vorher, Elsässer war noch knallharter Moslemhasser, zumindest so weit sie Albaner und bosnische Moslims waren, hatte er ganz andere Ansichten über die iranische Protestbewegung:

Im Iran hat sich trotz der strengen Theokratie zu Ende des 20. Jahrhunderts eine Art Perestrojka entwickelt, die die Herrschaft der Mullahs vor allem über das alltägliche Leben gelockert hat. In Großstädten wie Teheran blüht die Subkultur, die Jugend ist nicht mehr zu kontrollieren.

(Elsässer (20082) Wie der Dschihad nach Europa kam. Gotteskrieger und Geheimdienste auf dem Balkan. S.236f)

Das gesamte Buch weist natürlich darauf hin, dass nur die islamistischen Elemente der Bosnier für den Bürgerkrieg verantwortlich seien, nicht aber serbische Tschetniks. Bereits hier kann man Elsässers großangelegte Verschwörungstheorien erkennen, die sich in den Bestrebungen der USA im Verbund mit Saudi-Arabien und Iran darstellen.

Heute ist Elsässer ein gern gesehener Besucher im Iran.

Advertisements

Responses

  1. was Elsässer noch nicht war:

    – Polit-Veganer (mit Kampagne gegen Halal-Schlachtungen)
    – Wiedergeborener Christ
    – Trotzkist
    – Mitglied einer „Männer-Radikale-Therapie-Gruppe“ (MRT wäre bestimmt nicht das Falsch für ihn)
    – …

    • Der Einschub noch nicht ist wichtig


Kategorien

%d Bloggern gefällt das: