Verfasst von: sauvradaeva | Juli 8, 2014

ISIS chauvinistische Herrschaftsträume

Püntktlich zur Eroberung von Territorien im Irak und in Syrien hat sich der „Islamische Staat im Irak und in der Levante“ (Dawlat al islamiyya fi al Iraq wash Sham) umbenannt und möchte auch nicht mehr als Filiale von Al Qaida gelten. Nun heißt die Gruppe schlicht „islamischer Staat“ und wird nicht mehr von Emir al Baghdadi angeführt, sondern vom „Kalifen“ al Baghdadi. Dieser forderte die Moslems auf in seinen Staat einzuwandern, d.h. 1,2 Milliarden Menschen sollen sich ihm unterwerfen. Damit spricht er einem jeden anderen Staat in der muslimischen Welt die Legitimität ab und reduziert jede Legitimität auf die Durchsetzung seines „islamischen Systems“. Baghdadi hat bereit die Grenze zwischen Irak und Syrien „niedergerissen“. Er erwartet natürlich auch zukünftige Geländegewinne und zeichnet deshalb die Karte der muslimischen Welt neu.

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Mit dieser Karte verhehlt Baghdadi zwei Ansprüche nicht: die Eroberung von Gebieten, die angeblich einst zur islamischen Welt gehört haben (u.a. die iberische Halbinsel = Andalus, Balkan, Israel, China, Ungarn und Österreich). Und außerdem, dass er ein chauvinistischer Araber ist, der Bangladeschis, Inder, Indonesier, Philippinos und Malayen offensichtlich nur für Bauarbeiter, Gärtner und Hausmädchen hält. Deswegen gehören diese Länder für ihn nicht zur islamischen Welt und ihre „dunkelhäutigen“ Bewohner schon mal gleich gar nicht – ungeachtet davon, dass Indonesien das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung ist, dicht gefolgt von Indien und Bangladesch – auf Platz 3 läge noch Pakistan, bei Baghdadi natürlich ein islamischer Staat. Mit der gleichen Unterscheidung wurde bereits einmal die Unterdrückung der Ostpakistaner/Bangladeschis durch die „weißen“ ehrenwerten (ashraf) Pakistaner legitimiert und schließlich der Völkermord 1971 an den sogenannten „Affen“ – wie auch heute noch Bangladeschis in Pakistan beschimpft werden – durchgeführt.

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