Am 24.08.2016 hat die türkische Regierung islamistische Einheiten der syrischen Rebellen zur Einnahme der syrischen Grenzstadt Jarabulus entsandt. Vorwand war die Bekämpfung des „Islamischen Staates“ (kurz IS). Bereits am nächsten Tag kam es zu Kampfhandlungen mit arabischen Einheiten der „syrisch-demokratischen Streitkräfte“ (SDF, F = Forces) nahe der Ortschaft Ayn al Bayda. Die türkische Offensive verfolgt mehrere Ziele:

  • die Bekämpfung der syrisch-demokratischen Streitkräfte
  • die Vernichtung des Selbstverwaltungsstatuts der „Autonomieregion Nordsyrien – Rojava“
  • die Unterdrückung der syrischen Kurden
  • die Unterstützung von Al Qaida-Akteuren im Nordsyrien
  • die Unterstützung islamistischer turkmenischer Rebellen in Nordsyrien
  • die Rettung tausender IS-Kämpfer
  • der Aufbau einer türkischen Einflusszone

 

Der Fokus der folgenden Analyse liegt dabei auf der arabischen und turkmenischen Seite des Konflikts um die Lücke in der Berichterstattung zu schließen und die verkürzte Darstellung des Konflikts auf Kurden gegen Türken aufzuklären. Natürlich ist der Rassismus gegen Kurden eine der Haupttriebfedern für die türkische Invasion, allerdings setzt die Türkei hierzu Truppen der Freien Syrischen Armee (FSA) und der al Qaida-nahen Milizen Ahrar ash Sham, Harakat Nur ad Din Zengi und Jabhat an Nusrah (jetzt Jabhat Fatah ash Sham) ein. Harakat Nur ad Din Zengi und Jabhat an Nusrah wurden von Jordanien auf die Terrorliste gesetzt, um die Verhandlungspartner bei den Friedensverhandlungen zwischen Regime und Rebellen zu bestimmen, und die vom Waffenstillstand ausgeschlossen sind. Auf Seiten der SDF stehen allerdings auch zahlreiche arabische und turkmenische Milizen: Jaish ath Thuwar, Liwa Thuwar ar Raqqa, Kataib Shams ash Shamal, Liwa al Seljuki (Seljukenarmee), Liwa as Sultan Selim, Liwa Turki al Manbij. Insbesondere die turkmenischen Milizen der SDF lehnen brüsk jede Intervention und jeden kulturellen Hegemonie der Türkei ab. Der ethnische Grund des Konflikts ist also nur teilweise richtig. Lies mehr …

Verfasst von: sauvradaeva | April 24, 2016

Literaturliste zum Islamischen Staat

Die folgende Liste stellt die wesentlichen Bücher zum Islamischen Staat vor. Erkenntnisse aus diesen Büchern werden in vielen weiteren Werken und der Presse aufgenommen – aber meist nicht weitergeführt. Die Mehrzahl der Bücher zum Islamischen Staat ähneln sich sehr stark oder sind qualitativ schlecht (z.B. Bensaid (2015) Islamischer Staat: IS-Miliz, al-Qaida und die deutschen Brigaden).

Die zusammengestellte Literaturliste unterscheidet sich natürlich deutlich analytisch voneinander. So sieht jeder andere Ursachen in der Entstehung und der Gestalt des Islamischen Staates.

 

deutschsprachige Literaturhinweise:

1. Christoph Reuter: die Schwarze Macht

Positiv:

  • hervorragende Arbeit zur Auffindung von Material zum Spionagewesens von ISIS: Darstellung über ihre Kampagnen zur Unterwanderung der syrischen Bevölkerung u.a. Maßnahmen der Infiltration, des Verrats, Gegenspionage und interne Kontrolle (gegenseitige Spionage)
  • Analyse wird vielfach zitiert, d.h. sehr einflussreich und bietet Anknüpfungspunkte für zahlreiche weitere Fragen
  • sachlicher Ton, deutliche Kritik an Medienrezeption der Gewalttaten und Ideologie, z.B. durch Todenhöfer oder das VICE Magazine.

Negativ:

  • das Spionagewesen hätte tiefgehender dargestellt und analysiert werden können, z.B. im Rahmen von Netzwerkanalysen und Systemanalysen, Adaptierbarkeit, Flexibilität. Die Originalquellen wurden leider nicht komplett dargestellt, so dass diese Untersuchungsschritte für Dritte möglich gewesen wären.
  • Die stark eurozentristische Sichtweise verschränkt leider den Blick auf die syrische und irakische Lage, z.B. wird die Propaganda weitgehend auf das westliche Publikum bezogen.
  • geringe Untersuchung der beiden Länder Syrien und Irak
  • Man erfährt sehr wenig über Aufbau, Struktur und Genese der Ideologie und der strukturellen Ursachen der Entstehung und des Wachstums des IS:
  • z.B. die ideologischen und politischen Beziehungen zu anderen salafistischen Gruppen in Irak, Syrien, Türkei und im Nahen Osten.
  • z.B. wird Salafismus als panarabisches Mobilisierungsmittel für Baathisten dargestellt, die dadurch die Macht im Irak zurückgewinnen wollen. Das kann aber nicht die Expansion in Syrien erklären. Ein wesentliches Mobilisierungselement fehlt völlig: der Hass auf Schiiten.
  • Ein deutlich negatives Analysebeispiel: Jabhat an Nusrah wird als agent provocateur der syrischen Regierung hingestellt (z.B. fingierte Anschläge, zu denen sich Nusrah bekannt hätte). Selbst, wenn dies zutreffen würde, würde es nicht die Attraktivität und die Erfolge erklären

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Im Oktober 2015 haben das Oberkommando der syrisch-kurdischen Einheiten YPG und die Kommandos einzelner FSA-Einheiten die militärische Dachorganisation „syrisch-demokratische Streitkräfte“ (kurz SDK bzw. englisch SDF) gegründet. Die FSA-Einheiten stammen im Wesentlichen aus den Gebieten um Idlib, Raqqa und Aleppo. Ein Vorläufer war die gemeinsame Organisation Burkan al Firat (Euphratvulkan), die Mitte 2014 gegründet wurde und hauptsächlich aus Einheiten der syrischen Euphratregion bestand, die gegen den Islamischen Staat kämpften und an der Verteidigung Kobanes/Ayn al Arabs beteiligt waren[1]. Weitere FSA-Einheiten, u.a. Liwa Thuwar ar Raqqa (Raqqas Revolutionsbrigade), waren an der Befreiung Tell Abyads, Suluks und Ayn Issas vom Islamischen Staat beteiligt. In den vergangenen Monaten hat die Neugründung der SDF zu Auseinandersetzungen mit den al Qaida-nahen Organisationen Ahrar ash Sham und Jabhat an Nusrah geführt. Mit den beiden Gruppen hatte die YPG bereits 2012 und 2013 militärische Auseinandersetzungen (u.a. um Ras al Ayn/Serekaniya) geführt. Die YPG war aber nicht das einzige Ziel von Jabhat an Nusrah. 2012 und 2013 kam es zu großen Kämpfen zwischen Jabhat an Nusrah, die damals noch als Ableger von ISIS agierten, und anderen FSA-Einheiten in den Provinzen Deir ez Zour, Raqqa, Idlib und in Aleppo. Nach zahllosen Verschleppungen und Ermordungen von Menschenrechtsaktivisten, Politikern und einflussreichen Personen, die sich nicht von Jabhat an Nusrah einvernehmen lassen wollten, kam es zu Gefechten, die die Jihadisten in Raqqa und Deir ez Zour für sich entschieden, in weiten Teilen des ländlichen Aleppo und Idlib aber verloren. Diese Konfliktkonstellation hat sich bis heute in den Provinzen Idlib und Aleppo erhalten, jedoch konnte Jabhat an Nusrah deutlich an Stärke gewinnen und wird von Ahrar ash Sham und anderen salafistischen Organisationen unterstützt, wodurch sie die kleineren FSA-Einheiten unterdrückte und beraubte. Ende 2014 wurden mehrere Einheiten der FSA von Jabhat an Nusrah zerschlagen, u.a. die Hazm-Bewegung, Liwa Thuwar ar Raqqa (Raqqas Revolutionsbrigade) und Jabhat Thowar suriya (Syrische Revolutionsfront) unter Führung von Jamal Marouf.[2] Die „offizielle“ Führung der FSA hat sich hierzu nicht geäußert, sondern stillschweigend die Gewalttaten akzeptiert, genauso wie es sie bereits in 2012 und 2013 hingenommen hatten. Die unterlegenen FSA-Einheiten haben Zuflucht bei der YPG im Kanton Afrin gefunden oder mussten in die Türkei auswandern. Mit Gleichgesinnten FSA-Einheiten haben sie zuerst Jaysh al Thuwar (Revolutionsarmee) gegründet und schließlich die SDF. Zu diesen FSA-Einheiten zählen unter anderem die kurdische Jabhat al Akrad (Akrad-Front, benannt nach den Akrad-Bergen), die turkmenische Sultan Selim Brigade, die arabische Kataib shams ash shamal.
Aufgrund dieser historischen Konfliktlage mit Jabhat an Nusrah folgten von Dezember 2015 bis Februar 2016 Kämpfe mit ihnen rund um den Kanton Afrin. Die Angriffe der Jihadisten konnten zurückgeschlagen werden. Weitere FSA-Gruppen schlossen sich in der Umgebung von Azaz den SDF an und übergaben u.a. den Menagh Luftwaffenstützpunkt und Tell Rifaat, das Hauptquartier von ISIS und später Jabhat an Nusrah im Norden Syriens. Lies mehr …

Verfasst von: sauvradaeva | Dezember 20, 2015

Syrischer Bürgerkrieg im Jahr 2015

Der syrische Bürgerkrieg geht ins 5 Kriegsjahr. Die ursprünglichen Forderungen nach Demokratie, Wohlstand und Menschenrechten wurden durch die Dominanz salafistischer Rebellengruppen, v.a. Ahrar ash Sham, Jabhat an Nusra und dem Islamischen Staat im Irak und Syrien (ISIS) marginalisiert und durch die salafistische Doktrin ersetzt. Moderate Rebellen, die mit ihnen nichts zu tun haben wollen oder gar ihre Forderungen nach einem Islamischen Staat ablehnen – den übrigens alle drei Gruppen fordern -, wurden nach und nach verdrängt und bis heute bekämpft. Die demokratische Opposition wurde so zwischen Assad und den Salafisten zerrieben und jene, die noch aus dem Machtbereich Assads flüchten konnten, wurden von den Salafisten verfolgt, verschleppt und ermordet: Razan Zeituneh oder Aktivisten von Raqqa is being slaughtered silently (zuletzt in Idlib). In den Kämpfen mit den Salafisten aufgeriebene Gruppen der Freien Syrischen Armee haben sich im Norden als Jaysh al Thuwarr (Revolutionsarmee) neugegründet und sich im Herbst 2015 den Syrisch-demokratischen Kräften um die YPG angeschlossen.

In der Mitte des Jahres erzielten sie einige große Erfolge:

  • die Eroberung von Idlib und Jisr ash Shugur
  • der Vormarsch in der Latakia Provinz, ausgehend von der Kleinstadt Salma
  • die Eroberung von Tadmur/Palmyra durch ISIS

Die Intervention des Iran stabilisierte die Front des Assad-Regimes im Juni. Mit der Intervention Russlands wurden sogar neue Offensiven des Regimes gegen die Rebellen durchgeführt. Sie sind entweder noch im Gange oder sind gescheitert:

  • Mangel an Soldaten
  • schlechte Koordinierung der Bombardierungen der russischen Luftwaffe mit Infanterievorstößen
  • schlechte Ausstattung des syrischen Heeres mit schweren Waffen

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Verfasst von: sauvradaeva | November 27, 2015

Turkmenen im syrischen und irakischen Bürgerkrieg

Als Turkmenen (türkische Syrer, türkische Iraker im Arabischen) werden im Irak und Syrien werden die turkmenischen, azerischen, tscherkessischen und türkischen Minderheiten bezeichnet. Historisch sind sie über die Türkeneinfälle des Mittelalters in die beiden Länder gekommen und im 18. und 19 Jahrhundert als Flüchtlinge aus dem Kaukasus, der heutigen Ukraine, Krim und Südrussland, nach dem das osmanische Reich sukzessive Territorien an das Habsburger und das Russische Reich verloren hatte. Nach dem Ende des Osmanischen Reichs 1918 kam es jedoch nicht zur erhofften Unabhängigkeit dieser Staaten, stattdessen gerierten sie unter französische und englische Diktatur. In der Unabhängigkeitsbewegung beteiligten sich auch Turkmenen, so z.B. im großen irakischen Aufstand von 1920 oder im syrisch-französischen Krieg. Der syrische Verteidigungsminister Yusuf al Azma war Türke, fiel aber in der Schlacht von Maysalum gegen die französischen Invasoren.

In Syrien wird die turkmenische Minderheit zwischen 100.00 und 200.000 geschätzt. Der turkmenische Nationalrat schätzt dagegen eine Zahl von 3,5 Millionen (12,5% der syrischen Bevölkerung). Die hohen Schwankungen der Angaben sind vor allem politischer Natur. Die türkische Regierung will Einfluss nehmen und rechnet dadurch die Zahlen nach oben. So geht sie von mindestens 2 Millionen assimilierten Türken aus. Für den Irak gehen die Zahlen ähnlich auseinander und reichen auch hier von 500.000 bis 3 Millionen (8% der irakischen Bevölkerung). Auch hier wird nicht zwischen Tscherkessen, Turkmenen, Türken und Azeris unterschieden. Lies mehr …

Verfasst von: sauvradaeva | November 11, 2015

Dürre in Syrien

Schon vor dem syrischen Bürgerkrieg litten die Menschen im Land Not. Denn seit 2006 herrscht im Norden Syriens eine Dürre. 60% der landwirtschaftlichen Anbauflächen sind betroffen. Noch vor dem Bürgerkrieg haben 1,5 Millionen Menschen ihre Existenzgrundlage verloren und sind in die Städte gezogen. 2 bis 3 Millionen Menschen sind in extreme Armut geraten. Besonders Kleinbauern sind betroffen, da sie keine oder nur geringe Rücklagen haben oder sogar Kredite und Hypotheken abbezahlen mussten. Nach dem Zahlungsausfall, verloren sie ihr Land an Banken und private Geldverleiher. Hirten und Viehzüchter haben 80 bis 85% ihres Viehbestandes verloren, zum Teil durch Wasserknappheit, zum Teil weil sie aus Armut ihre Tiere billig verramschen mussten. Die Regierung Syriens hat weitgehend keine Maßnahmen ergriffen, sondern die Nothilfe internationalen Organisationen überlassen. Diese haben versucht einerseits die Not durch Soforthilfe zu lindern, andererseits nach dem Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ Saatgut, Kleinkredite und Bildungsprogramme an die Betroffenen zu geben. Aufgrund der Dimension der Dürre, waren diese Hilfen zu gering. Deshalb ist auch eine Rückkehr der Kleinbauern auf ihre Felder ausgeschlossen, da ihnen ihre Felder gar nicht mehr gehören. Entweder verkauften sie es zur Begleichung von Krediten und Hypotheken oder für den Kauf von Lebensmitteln. Durch diesen immensen Ankauf von Land hat sich eine neue Schicht von Großgrundbesitzern herausgebildet, nach dem in den 70er Jahren die damaligen von Hafiz al Assad enteignet und ihr Land den Kleinbauern übergeben wurden. Die Möglichkeit zur Rückkehr aufs Land wird für die Kleinbauern nur als Erntehelfer und Landarbeiter möglich sein. Da die Wuchszeit in Syrien auf die Monate Oktober bis Mai beschränkt ist, hat sich eine bis dato neue Form der Wirtschaftswanderung im Land ergeben. Während der Wuchszeit waren die ehemaligen Kleinbauern auf dem Land in der Landwirtschaft tätig. Die restliche Zeit des Jahres arbeiteten sie in der Stadt. Die Familie blieb dagegen ganzjährig in der Stadt, wo entweder die Kinder dort in die Schule gegangen sind oder mittels Kinderarbeit zum Familienunterhalt beigetragen haben.
Die UNO hat die Dürre deshalb als eine Ursache der Proteste gegen das Regime und den Bürgerkrieg eingeschätzt. Nicht nur hat das Regime an Legitimation verloren, es hat auch seine ursprüngliche Basis, die Armen in Stadt und Land, verraten, in dem es nicht interveniert hatte und auch der Bereicherung durch Banken und private Geldleiher zusah. Stattdessen haben NGOs und die UNO teilweise diese Aufgaben erfüllt. Lies mehr …

Am 23.07.15 wurde an der türkisch-syrischen Grenze ein türkischer Soldat durch Kämpfer des Islamischen Staates getötet. Zuvor schoß der türkische Soldat auf syrische Flüchtlinge. Im anschließenden Feuergefecht wurden einige Kämpfer des Islamischen Staates erschoßen. Diesen Vorfall nahm die türkische Regierung zum Anlass den Islamischen Staat in der Provinz Aleppo, also in Syrien, mit ihrer Luftwaffe anzugreifen. Diese Angriffe blieben bislang die einzigen glaubhaften Angriffe auf den Islamischen Staat.

In Suruc verübte ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf Jugendliche einer Solidaritätskampagne für die multiethnische Stadt Kobane. Dabei ermordete er 32 Personen und verletzte über 100. Es handelte sich dabei um den vierten großen Anschlag salafistischer Kräfte in der Türkei in den vergangenen 3 Jahren und nunmehr mit einer gesamten Todesopferzahl von mehr als 120. Als Reaktion wurde in Ceylanpinar ein rein männliches Polizeipärchen ermordet. Die türkische Regierung ließ deshalb kurdische Verbände im Irak und Syrien durch Luftwaffe und Artillerie angreifen, woraufhin zum einen im Südosten der Türkei der Bürgerkrieg wieder bevor steht und zum anderen der Islamische Staat gestärkt wird. Die PKK hat deshalb ihre einseitige Waffenruhe aufgekündigt und die Friedens- und Demokratisierungsverhandlungen für gescheitert erklärt.

Die Regierungen im Nahen Osten haben sich zum Angriff Erdogans auf die Kurden unterschiedlich geäußert.

  • Masud Barzani, Präsident der autonomen Region Kurdistan im Irak, hat anfangs der türkischen Regierung das Recht auf Bombardierung gewährt. Am 25. Juli hat er dagegen „ernste Bedenken“ geäußert, da das Vorgehen der türkischen Regierung den Frieden gefährdet. Er hat an beide Seiten appelliert die Friedensgespräche wiederaufzunehmen.
  • Die Regierung der kurdischen autonomen Gebiete Rojava in Syrien hat die Bombardierung verurteilt.
  • Der irakische Ministerpräsident Haidar al Abadi hat die Angriffe verurteilt und Erdogan aufgefordert die völkerrechtswidrigen Angriffe auf irakisches Territorium einzustellen.
  • As Sisi, der amtierende Diktator Ägyptens, hat sich  noch nicht zu den Angriffen der türkischen Luftwaffe oder der Unterstützung des IS durch die Türkei geäußert. Allerdings ist sein Verhältnis zu Erdogan stark angespannt. Nach dem as Sissi 2013 den damaligen Präsidenten Morsi stürzte, hat sich Erdogan auf die Seite Morsis gestellt. Bis heute erkennt Erdogan die Herrschaft Sisis nicht an. As Sisi ist nicht nur wegen dieser Kritik auf Erdogan schlecht zu sprechen, sondern auch wegen der Komplizenschaft der türkischen Regierung mit dem IS in Ägypten. Daily News hat hierzu die Namen türkischer Geheimdienstkräfte publiziert, die auf dem Sinai dem IS-Ableger Ansar Bait al Maqdis unterstützen. Die ägyptische Regierung lehnt auch strikt jede Schaffung eines türkischen Protektorats in Syrien ab, da es den territorialen Zusammenhalt des Landes gefährdet.
  • Die saudische Regierung unterstützt Erdogan moralisch in seiner Bombardierung der Kurden mit dem Recht auf Selbstverteidigung.
  • Die tunesische Regierung hat sich noch nicht offiziell geäußert. In der Vergangenheit hat sie mehrfach die türkische Regierung für ihre passive Haltung gegenüber dem Islamischen Staat angegriffen. Zuletzt hat sich der Ton deutlich verschärft, als sie ihnen sogar Unterstützung vorwarf.
  • die anderen Regierungen des Nahen Ostens haben sich noch nicht geäußert.

Besonders die Länder, die selbst unter Anschlägen salafistischer Gruppen leiden, verurteilen die Angriffe Erdogans. Die „Partner“ der Türkei betonen das Recht auf „Selbstverteidigung“.

Verfasst von: sauvradaeva | Mai 28, 2015

Zur Identität des IS mit Faschisms

Parallel zu den jüngsten Ereignissen im Nahen Osten erfolgt wieder die Gleichsetzung von Faschismus/Nationalsozialismus mit Salafismus oder Islamismus oder gar Islam. Hierbei beschränkt man sich auf einige Gemeinsamkeiten, vernachlässigt dabei aber andere oder ignoriert sie völlig. Auf naheliegende Vergleiche, z.B. zur religiösen Rechten, politreligiösen Sekten, dem amerikanischen Bible Belt oder einem reformierten Konservatismus in Gestalt von Kristina Schröder oder Ursula von der Leyen, trifft man leider nicht. Grundsätzlich werden nur oberflächliche Gemeinsamkeiten dargestellt wie die Unterdrückung der Frau, totale Unterwerfung des Individuums unter einer Lehre, Antisemitismus oder Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen.

Genau hier liegt einer der wesentlichen Unterschiede. Zwar lehnt der IS alle anderen nichtmoslemischen Religionen ab, genau wie auch alle säkularen und innerislamischen Ausrichtungen. Ihnen droht sogar die ewige Verdammnis. Doch dem liegt nicht zugrunde, dass Menschen gewisse „eingeborene“ Rassen- oder Kulturmerkmale hätten, sondern unterschiedliche Ansichten und Werteorientierungen. Lies mehr …

Verfasst von: sauvradaeva | Mai 1, 2015

Musik zum 1. Mai

Laal (Pakistan) – Inqalab (Revolution)

Cryptic Fate (Bangladesch) – Protibad

Scarab (Ägypten) – War to end

Zum diesjährigen 1. Mai noch Bilder beim Guardian und bei bdnews.

Verfasst von: sauvradaeva | April 23, 2015

Vortrag: Pandas statt Braunbären

Pandas statt Braunbären: Neonazis uns neurechte Strömungen im Black und Pagan Metal

Im Rahmen eines Metalkonzertes wird Attila Steinberger über die Versuche von Neonazis referieren im Black und Pagan-Metal Fuß zu fassen. Einen weiteren Vortrag gibt es von Dunja Brill zu Männlichkeit, Whiteness und Gewalt im Extreme-Metal.

Bands: Blast Injury (Thrashcore), Sunshine & Lollipops (Anarcho Black Metal)

 

Cafe Köpenick

Seelenbinderstr. 54 (S-Bahn Köpenick)

Einlass ab 16 Uhr

 

Weitere Literatur zum Vortrag:

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